2011: Power to the People 2.0

3 01 2011

Facebook bringt nicht nur Vorteile. Die Übermacht des Netzwerks von Mark Zuckerberg kritisiert Gerhard W. Loub in seinem aktuellen Blog-Beitrag und fordert, 2011 den Kampf für die User-Rechte aufzunehmen.

Das Web 2.0 gilt – gerade unter der Bezeichnung “social web” – als Demokratisierung des Internet. Auch ich habe – etwa in meiner Bakk2-Arbeit “Demokratisierung des ‘iconic turn’ durch das ‘Web 2.0′” diesen Aspekt beleuchtet – wenn auch nicht gerade kritiklos. 2010 war also das Jahr, in dem auch in Österreich die User gemeint haben, durch ihre Aktivitäten gleichberechtigte Meinungsbildner im Internet zu werden. Die Kommunikation mit den Mächtigen auf Augenhöhe, das Schlagwort “We the media” für die Bedeutung des “grassroot-journalism”, Facebook als usergenerierte Nachrichtenmaschine – all das hat uns das Gefühl gegeben, wir, die einzelnen User, hätten durch das Web mehr Macht und Einfluss, als würde das Web 2.0 demokratischer sein.

Doch 2011 werden wir erkennen müssen, dass die Entwicklung auch gewaltige Gefahren birgt. Schon bis jetzt wurde – wenn auch ziemlich lasch – vor möglichen Gefahren von Facebook gewarnt. doch diese Warnungen sind großteils ungehört verhallt. Sicher, die meisten von uns wissen, dass Material, das einmal auf Facebook, einmal im Web gelandet ist, immer für alle zu finden sein wird. Doch die Gefahr reicht wesentlich weiter. Wie ich in meinem Blog “Trends 2.0” vor einigen Tagen berichtet habe, wurde Facebook in den USA 2010 öfter besucht als Google. Etwa jeder vierte Österreicher hat sein eigenes Facebook-Profil, Facebook-Seiten ersetzen Internet-Auftritte, Facebook-Kommunikation sorgt dafür, dass Facebook-User einen entscheidenden Informationsvorsprung haben.

Hier weiterlesen: 2011: Power to the People 2.0 | Loub 2.0.

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Facebook: Vorsichtiger Neustart bei Datenschutz

26 05 2010

Morgen steht Facebook dem US-Kongress Rede und Antwort zu seinen Datenschutz-Bestimmungen. Da ist es natürlich purer Zufall, dass Mark Zuckerberg heute eine Änderung der Datenschutzbestimmungen angekündigt hat. In einem persönlichen Blog-Beitrag gibt er sich smart – aber auch zerknirscht:

Eine persönliche Bemerkung: Vor einigen Tagen erst bin ich 26 Jahre alt geworden. Ich habe Facebook mit 19 Jahren ins Leben gerufen – und es ist absolut faszinierend, im Rückblick zu sehen, wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Im Laufe der Jahre hat es eine Menge Änderungen gegeben, während wir weiter immer neue Innovationen eingeführt haben und ich bin Euch dankbar, dass Ihr uns dabei die ganze Zeit treu geblieben seid. Jedes Mal, wenn wir etwas geändert haben, versuchen wir aus den vergangenen Lektionen zu lernen, und jedes Mal machen wir auch neue Fehler. Wir sind weit von jeder Perfektion entfernt, aber wir versuchen immer unser Möglichstes um das beste Service für Euch und für die Welt zu schaffen. So möchte ich einfach „Danke“ sagen.

Richtig rührend, wie besorgt Mark um uns ist, während er nur versucht, das Beste für die Welt zu erreichen 😉

Die neuen Datenschutzbestimmungen bringen mehr Kontrollmöglichkeiten für die Kunden und einfachere Einstellungen. Doch ist es wirklich der Durchbruch?

Die wichtigsten Änderungen im Detail:

  • Weniger (Basis-)Informationen müssen verpflichtend für alle zugänglich gemacht werden.
  • Freunde und Fan-Seiten, bei denen man Mitglied ist, müssen nicht mehr öffentlich gezeigt werden.
  • Das „Connection privacy Modell“ wird entfernt. Damit wird der automatische Datenaustausch mit Dritten erschwert, vermutlich aber nicht ganz unterbunden.
  • Anwendungen kann der Zugriff auf eigene Daten untersagt werden. Die Nutzung von Facebook-Spielen und -Anwendungen ist dann aber nicht möglich.
  • Partner-Seiten sehen (wieder) nur jene Informationen, die für alle sichtbar sind.
  • Die „automatische Personalisierung“, also die automatische Bereitstellung persönlicher, werberelevanter Daten für Dritte kann ausgeschaltet werden.

All diese Änderungen werden in den nächsten Wochen umgesetzt.

Man wird das Gefühl nicht los, dass Mark Zuckerberg so versucht, zu retten, was zu retten ist. Denn die Absage von Facebook an jede Form des Datenschutzes hat ihn nicht nur politisch, sondern auch von User-Seite her massiv unter Druck gebracht. Doch die neuen Regelungen bringen auch Gefahren mit sich. Wenn User nun aufgrund der schlechten Erfahrungen mit Facebook massiv beginnen, alle Daten zu verbergen, wird es schwerer, Freunde zu finden und Netzwerke aufzubauen, wird Facebook für die Werbewirtschaft ganz massiv an Wert verlieren. Und wer sagt, dass Facebook dann nicht auch diese Änderung der Datenschutzbestimmungen wieder zurück nimmt? Ein heikler Punkt in der Geschichte von Facebook, dessen Ausgang unverändert offen ist.

Weitere Informationen:








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