Facebook: Vorsichtiger Neustart bei Datenschutz

26 05 2010

Morgen steht Facebook dem US-Kongress Rede und Antwort zu seinen Datenschutz-Bestimmungen. Da ist es natürlich purer Zufall, dass Mark Zuckerberg heute eine Änderung der Datenschutzbestimmungen angekündigt hat. In einem persönlichen Blog-Beitrag gibt er sich smart – aber auch zerknirscht:

Eine persönliche Bemerkung: Vor einigen Tagen erst bin ich 26 Jahre alt geworden. Ich habe Facebook mit 19 Jahren ins Leben gerufen – und es ist absolut faszinierend, im Rückblick zu sehen, wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Im Laufe der Jahre hat es eine Menge Änderungen gegeben, während wir weiter immer neue Innovationen eingeführt haben und ich bin Euch dankbar, dass Ihr uns dabei die ganze Zeit treu geblieben seid. Jedes Mal, wenn wir etwas geändert haben, versuchen wir aus den vergangenen Lektionen zu lernen, und jedes Mal machen wir auch neue Fehler. Wir sind weit von jeder Perfektion entfernt, aber wir versuchen immer unser Möglichstes um das beste Service für Euch und für die Welt zu schaffen. So möchte ich einfach „Danke“ sagen.

Richtig rührend, wie besorgt Mark um uns ist, während er nur versucht, das Beste für die Welt zu erreichen 😉

Die neuen Datenschutzbestimmungen bringen mehr Kontrollmöglichkeiten für die Kunden und einfachere Einstellungen. Doch ist es wirklich der Durchbruch?

Die wichtigsten Änderungen im Detail:

  • Weniger (Basis-)Informationen müssen verpflichtend für alle zugänglich gemacht werden.
  • Freunde und Fan-Seiten, bei denen man Mitglied ist, müssen nicht mehr öffentlich gezeigt werden.
  • Das „Connection privacy Modell“ wird entfernt. Damit wird der automatische Datenaustausch mit Dritten erschwert, vermutlich aber nicht ganz unterbunden.
  • Anwendungen kann der Zugriff auf eigene Daten untersagt werden. Die Nutzung von Facebook-Spielen und -Anwendungen ist dann aber nicht möglich.
  • Partner-Seiten sehen (wieder) nur jene Informationen, die für alle sichtbar sind.
  • Die „automatische Personalisierung“, also die automatische Bereitstellung persönlicher, werberelevanter Daten für Dritte kann ausgeschaltet werden.

All diese Änderungen werden in den nächsten Wochen umgesetzt.

Man wird das Gefühl nicht los, dass Mark Zuckerberg so versucht, zu retten, was zu retten ist. Denn die Absage von Facebook an jede Form des Datenschutzes hat ihn nicht nur politisch, sondern auch von User-Seite her massiv unter Druck gebracht. Doch die neuen Regelungen bringen auch Gefahren mit sich. Wenn User nun aufgrund der schlechten Erfahrungen mit Facebook massiv beginnen, alle Daten zu verbergen, wird es schwerer, Freunde zu finden und Netzwerke aufzubauen, wird Facebook für die Werbewirtschaft ganz massiv an Wert verlieren. Und wer sagt, dass Facebook dann nicht auch diese Änderung der Datenschutzbestimmungen wieder zurück nimmt? Ein heikler Punkt in der Geschichte von Facebook, dessen Ausgang unverändert offen ist.

Weitere Informationen:

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Facebook „Gefällt mir“ Button – Chance oder Gefahr?

28 04 2010

Facebook hat mit der Option eines „Gefällt mir“ oder „Like“ Buttons für Homepages zur Eroberung des WWW angesetzt – und das ist keine Übertreibung. Denn mit der Integration des überaus nützlichen Buttons wird Facebook zu einer umfassenden Sammlung von Informationen im Internet – wobei die einzelnen Seiten je nach Beliebtheit bei Usern klassifizierbar sind. Facebook ist damit drauf und dran, Google als Nummer 1 bei der Informationssuche abzulösen.

Auf Seite der Homepage Betreiber ist der Button eine ohne großen Aufwand einbaubare Möglichkeit, um rasch Traffic zu erzeugen und interessierte User anzulocken. Durch die Facebook-Philosophie, nur „Gefällt mir“ aber nicht „Gefällt mir nicht“ zuzulassen wird zusätzlich eine positive Stimmung für den jeweiligen Beitrag erzeugt, der Marktwert gesteigert.

Für den User wiederum wird es noch einfacher, rasch an Informationen zu kommen. Auf seiner Facebook-Startseite, die mehr und mehr zum Sprungbrett ins WWW wird, findet er jene Seiten, die ihm seine Facebook-Freunde empfohlen haben – direkt im Feed. Er selbst kann durch einfaches Anklicken des „Like“-Buttons gleichzeitig betonen, dass ihm der Beitrag gefällt – und ihn seinen Freunden weiterempfehlen.

Ein starkes Minus sind die enormen Datenschutzbedenken, da Facebook auf diese Weise noch umfangreicher über das Surfverhalten seiner User Bescheid weiß – und niemand sagen kann, wer diese Daten letztendlich aller erhält.

Gerade politische Seiten sollten daher mit dem Einsatz des Buttons bei allen Vorteilen noch vorsichtig sein. Ob auf den Button auf Dauer verzichtet werden kann, ist heute aber noch nicht absehbar.

Die neue Like-Funktion unter­schei­det sich deut­lich von den bekann­ten “Share this pos­ting on Facebook / Twitter etc.” Buttons. Während letz­tere dazu die­nen, die aktu­elle URL an diverse Social Media Services zu über­ge­ben, bin­det der Like-Button Facebook-Inhalte dyna­misch in die eigene Page ein. Da alle Inhalte des Widgets von Facebook-Servern kom­men, ist sei­tens des User kei­ner­lei Authentifizierung nötig: Besucher, die im glei­chen Browser in Facebook ein­ge­loggt sind, sehen auf einen Blick, wel­che Friends den aktu­el­len Beitrag bereits geli­ked haben.

viaWie man den Facebook Like Button in WordPress integriert auf datenschmutz.net.

Weitere Linktipps:





Facebook 2.1

19 04 2010

Soeben hat Facebook eine Reihe von Änderungen durchgeführt, die eine grundsätzliche Neuausrichtung darstellt. Im Zentrum  steht eine engere Vernetzung der User mit werberelevanten Organisationen und eine offenere Darstellung der User. Das bedeutet einerseits eine leichtere interessensbezogenere Auffindung von Informationen, andererseits eine drastische Einschränkung der Privatsphäre.

Die wesentlichsten Änderungen sind:

  • Abschaffung des „Fan“-Status bei Seiten und ersetzen durch „gefällt mir“
  • Forcierung der Gemeinschaftsseiten mit Gliederung nach Interessen
  • Darstellung der Interessensgebiete der User auf ihrem Profil

Mehr dazu in Kürze…








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