Bürgerbeteiligung 2.0

10 06 2010

Von vielen Politikern wird Bürgerbeteiligung als mühsames Hemmnis für unpopuläre Entscheidungen betrachtet. Noch viel schlimmer ist die Meinung über die „Protestkultur“ im Internet. Die praktisch aus dem Nichts entstehenden Gegenbewegungen im Web haben mit medialer Kampagnisierung schon viel zu Wege gebracht. Doch richtig eingesetzt bringt „Bürgerbeteiligung 2.0“ auch viele Vorteile, wie die „Zeit“ berichtet:

Überall dort, wo über den gesamten Prozess hin mit offenen Karten gespielt wird, wächst dem Verfahren eine Legitimität zu, die es durchsetzungsfähig macht – wenn die Bürger mitreden dürfen und relevante Einwände erkennbar gehört werden. Und wenn man sie nicht überfordert und die Aufgaben so aufteilt, dass einzelne Nutzer das Projekt mit einem kleinen Beitrag vorantreiben können. Beispielsweise indem sie darüber nachdenken, ob ein Feuerwehrauto nötig oder verzichtbar ist, ohne gleich auch noch die mögliche Gewerbesteuererhöhung reflektieren zu müssen.

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Im „Zeit“-Artikel werden drei höchst erfolgreiche Projekte präsentiert – von der Platzgestaltung über Budgeteinsparungen bis zu Verwaltungsanliegen. Natürlich: Es ist nicht die perfekte Demokratie, die sich hier wieder findet:

Natürlich darf man Teilhabeverfahren im Netz nicht mit Demokratie verwechseln. Sie erreichen immer nur eine relativ kleine Gruppe von Bürgern. Ob deren Vorschläge später Realität werden, darüber müssen ohnehin gewählte Repräsentanten entscheiden.

Doch richtig eingesetzt bringt Bürgerbeteiligung 2.0 ganz konkrete, praktische Vorteile für Politik und Demokratie. Und wenn wir aus positiven Beispielen lernen, können wir auch davon profitieren.

viaPolitik im Netz: Wenn User mitregieren – Seite 3 | Digital | ZEIT ONLINE.

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Pleite 2.0?

29 04 2010

"Vielleicht rudert man da einfach wieder ein bisschen ­zurück": Thilo von Pape (Foto: privat) Im Interview mit dem „Freitag“ zieht der deutsche Kommunikationswissenschaftler Thilo von Pape eine überaus desaströse Bilanz deutscher Politikaktivitäten im Internet. Er betont, dass sich US-Modelle nicht einfach auf die deutsche Mentalität übertragen lassen. Kritik kommt daran, dass Politiker im Internet präsentieren statt interagieren wollen. Mit seinem Appell, Wahlprogramme per Wiki erstellen zu lassen, spricht er sich aber zugleich für eine Beliebigkeit politischer Werte aus. Und ob eine seriösere Präsentation politischer Inhalte im Web tatsächlich dem Geschmack der heutigen Webuser entsprechen n würde sei einmal dahingestellt.

via„Man muss seine Energie nicht in Twitter stecken“ — Der Freitag.





Bierzelt und Blog!

13 04 2010

Eine eben erschienene Studie zu Politik im Internet zieht eine ernüchternde Bilanz zu Politik im Internet. Der Autor kratzt jedoch leider nur an der Oberfläche – und scheint den medialen Wandel, den er selbst konstatiert, nicht ganz erfasst zu haben.

Natürlich hat Andreas Elter recht, wenn er betont, dass mit traditionellen Webauftritten allein im Internet wenig zu bewegen ist. Was Elter jedoch ignoriert, ist die Tatsache, dass Parteien Politik im Web 2.0 nicht als große Bundesorganisation, sondern ganz dem Gedanken des Web 2.0 über ihre vielen Mitglieder, Funktionäre, Aktivisten und Sympathisanten machen. Ein Festhalten an den traditionellen Strukturen zeugt vom Nicht-Verstehen von Politik 2.0.

Doch eine Folgerung erscheint unbestreitbar: Selbst der beste Webauftritt und das modernste Auftreten im Web 2.0 kann den Kontakt am Stammtisch, kann das Bierzelt (noch) nicht ersetzen.

Bierzelt oder Blog? Politik im digitalen Zeitalter, Das Buch von Andreas Elter hat 139 Seiten, ist in der Hamburger Edition erschienen und kostet 12 Euro (ISBN 978-3-868542165).

viaDeutschlandfunk – Andruck – Virtueller Wahlkampf ohne Biss.





heise online: Politik 2.0 im Twitter-Rausch

26 03 2010

Bundestagsabgeordnete brachen auf dem PolitCamp am gestrigen Samstag in Berlin eine Lanze für die direkte Kommunikation mit ihren „Followern“. „Ich schreibe kaum noch Presseerklärungen“, meinte die stellvertretende Parteivorsitzende der Linken, Halina Wawzyniak. „Ich mache es über Twitter oder einen Blogeintrag.“ Auch Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion der Grünen, sieht in Diensten wie Twitter die „Chance, auch vorbei an den Monopolen der großen Kanäle Informationen zu verbreiten“. Nebenbei erfahre man beim Zwitschern „viel über Internet und Politik“ und werde mit nützlichen Links versorgt.

viaheise online – Politik 2.0 im Twitter-Rausch.








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