Repolitisierung durch Twitter & Co.

5 05 2010

„Das Über-den-Tellerrand-Schauen ist fixer Bestandteil meines Lebens“, so Kruse im KURIER-Gespräch.

Im „Kurier“-Interview betont Online-Forscher Peter Kruse, dass es durch Internet-Dienste wie Twitter zu einer echten Repolitisierung kommt.

Eine Ihrer Grundthesen ist, dass Internet-Dienste wie Twitter zu einer Repolitisierung führen.

Das bedeutet nicht, dass alle in die Parteien zurückströmen. Von Wien aus ist etwa „unibrennt“ (Studentenproteste im Herbst 2009, Anm.) ausgegangen. Das wurde europaweit wahrgenommen.

Kritiker sagen, dass keine echte Politisierung stattfindet. Ein kritischer Tweet ist eine Sache, auf die Straße gehen eine andere.

Warum ist das eine andere Sache? Über das Netz kann man Massenbewegungen anfachen, die man jederzeit auf die Straße bringen kann. In Wien hat es im Zuge der „unibrennt“-Bewegung Straßenproteste gegeben, europaweit hat es Besetzungen gegeben. Das hat die ganze Universitätslandschaft bewegt

Und Kruse bringt eine interessante Gruppierung von Internet-Nutzern ins Spiel:

Die „Digital Visitors“ benutzen das Netz, um an Infos zu kommen. Die werden immer versuchen, das Netz in ihren Lesezeichen abzubilden. Die „Digital Residents“ ziehen mit ihrer Identität ins Netz, sie unterscheiden nicht zwischen einem persönlichen und einem Online-Gespräch.

Das spannende Interview im Kurier: Online-Forscher: „Im Internet lesen alle mit“ | kurier.at.


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