Social Media – mehr als nur Reichweite

23 03 2010

Meta Communication hat in einer Studie die Präsenz österreichischer Großunternehmen in sozialen Medien untersucht. Das Ergebnis überrascht wenig. Bild 2

Doch was sind diese Reichweiten? Laut Mag. Helga Eder von Meta Communications:

  1. Summe aller Fans auf Facebook sowie der Fans bzw. Mitarbeitergruppen auf StudiVZ/MeinVZ
  2. Summe aller Mitglieder der jeweiligen Firmengruppen auf XING
  3. Summe aller Follower der firmeneigenen Profile auf Twitter
  4. Summe aller Views/Uploads der Youtube-Videos, die Unternehmens-Channels zuzuordnen sind. Von Privatiers hochgeladene Videos wurden nicht berücksichtigt.

Doch ist eine derartige quantitative Analyse wirklich aussagekräftig? Ed Wohlfahrt betont:

Was jedoch offen bleibt, ist die Frage, warum die Fokussierung auf Reichweite, wie sie die Grundlage dieser Ausarbeitung ist, wesentlich zu kurz greift? Ich glaube nämlich, dass sich am Stand der Dinge – der Titel des Horizont-Artikels lautete übrigens nochmal „Social-Media hinkt in Österreich hinterher“ – nicht wesentlich verändern wird, wenn in der Messung Sozialer Medien quantiative Methoden wie eben die Reichweite weiterhin dominieren werden. Bekanntlich sagt die Reichweite vergleichsweise wenig.

via Ed Wohlfahrt: Social Media in Österreich – eine quantitative Bestandsaufnahme.

Abgesehen davon: Besteht das „Web 2.0“ denn wirklich nur aus Facebook, VZ, Xing und YouTube?

Und ein grundlegendes Unverständnis des Begriffs „Web 2.0“ liegt der ganzen Diskussion ebenfalls zugrunde: Miteinberechnet werden lediglich die offiziellen Präsenzen der jeweiligen Unternehmen. Doch gerade diese offiziellen Präsenzen sind für den Erfolg oder Misserfolg im „Web 2.0“ nur minder relevant. Es geht um ein Gesamtkonzept, es geht darum, wie das Produkt etwa von Usern oder in anderen Gruppen, auf anderen Facebook-Seiten kommuniziert wird. Der berühmte „Coke&Menthos“ Versuch etwa hat für wesentlich mehr Aufsehen gesorgt als alle anderen offiziellen Menthos-Aktivitäten der letzten Jahre.

Und für die Politik ist diese Bedeutung noch drastischer. Während Parteiseiten in Österreich zwischen 1.000 und 3.000 Fans haben, hatten allein die zwei wichtigsten Pro- und Contra-„Uni Brennt“ (AudiMax-Besetzungs) Seiten zusammen über 60.000 Fans.

Wer das Web 2.0 immer noch als Frontalpräsentation auf zentralen Plattformen betrachtet, hat schon verloren. Nur, wer gemeinsam mit den Nutzern auf einer Ebene – aber mit klaren Zielvorstellungen – agiert, hat heute im Web eine Chance.


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